{"id":820,"date":"2011-06-02T13:32:55","date_gmt":"2011-06-02T13:32:55","guid":{"rendered":"https:\/\/arena-guckkasten.de\/?p=820"},"modified":"2014-02-20T12:52:38","modified_gmt":"2014-02-20T12:52:38","slug":"die-beobachter-zu-performer-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guckkasten.kastenwesen.com\/?p=820","title":{"rendered":"&#8222;&#8230;die Beobachter zu Performern machen&#8230;&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong>Interview mit Prof. Matthias Warstat<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/guckkasten.kastenwesen.com\/wp-content\/uploads\/otherstuff\/warstatt_bild.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><strong><br \/>\nDer Lukas:<br \/>\n<\/strong>Dem Guckkasten wird ein hohes Ma\u00df an Selbstinszenierung zugesprochen. Die Frage an Sie w\u00e4re, ob so etwas f\u00fcr ein solches Konzept notwendig ist, oder ob das auch ohne zu denken w\u00e4re.<\/p>\n<p><strong>Matthias Warstat:<br \/>\n<\/strong>Also ich glaube es h\u00e4ngt viel damit zusammen wie Sie sich dann positionieren zum Festival, das ja ein Performance-Festival ist, wo man sagen kann, diese Art der Selbstreflexion des Festivals ist auch schon wieder als Performance gedacht, kommt auch so daher, und hat dann nat\u00fcrlich einen sehr sehr starken Inszenierungsaspekt. Was ich sch\u00f6n finde an der Idee ist, dass es ja wieder eine Art selbstflektierendes Festival sein sollte, das finde ich eh schon mal gut wenn Festivals das leisten. Und dieses Format w\u00e4re schon eine st\u00e4ndige kritische Reflexion des Festivals auch noch mal auf andere Art, sie zu inszenieren, aufzuf\u00fchren, eine Auff\u00fchrung von Kritik. Also so k\u00f6nnte ich mir das zumindest vorstellen. Von Leuten ja auch, die selbst immer schon sehr aktiv waren im Festival, und jetzt quasi eine Beobachterposition beziehen&#8230; Also ich habe das weniger als eine Form der Selbstinszenierung wahrgenommen, sondern eher als eine Betrachter-, oder Kommentarfunktion, die man auf diese Weise exponieren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>Der Lukas:<\/strong><br \/>\nWenn man nun eine Rauminstallation hat, die im Festivalzentrum platziert ist, ist das klar dass das gleich einen theatralen Rahmen hat. Das w\u00fcrde man bei einer Webseite ja erst mal \u00fcberhaupt nicht sagen. Das ist ein Medium, bei dem dieser Begriff eigentlich nicht verwendet wird. Ist das f\u00fcr Sie qualitativ etwas v\u00f6llig anderes, oder denken Sie das l\u00e4sst sich zusammenf\u00fchren?<\/p>\n<p><strong>Matthias Warstat:<\/strong><br \/>\nDas h\u00e4ngt bestimmt viel davon ab wie Sie den Raum inszenieren, der Raum kann als Einladung\u00a0fungieren sich da selbst einzubringen, sich da hinein zu begeben; die Dinge wahrzunehmen aber auch\u00a0sich selbst zu \u00e4u\u00dfern. Das funktioniert sicherlich mit einer lokalen Installation besser wenn man Leuten einfach ein Terminal hinstellt und sie auffordert sich auf einer Homepage zu verewigen.<br \/>\nAlso, das leuchtet mir doch sehr ein, dass man daf\u00fcr einen installativen Rahmen ben\u00f6tigt. Wobei ich selbst sicherlich eher neugierig w\u00e4re, wie Sie selbst sich da in diesem Raum verhalten und was Sie da so treiben werden  *lacht*, als dass ich da ein starkes Bed\u00fcrfnis h\u00e4tte mich selbst auszutoben&#8230;<br \/>\nAlso dieser Ort dann, im Festivalzentrum noch mal ein eigenes Zentrum zu bilden &#8211; das\u00a0Herz vom Herzst\u00fcck, und zwar auch noch mal ein kritisches Herz des Ganzen zu sein &#8211;  das finde ich\u00a0eigentlich eine sehr sch\u00f6ne Idee.<\/p>\n<p><strong>Der Lukas:<\/strong><br \/>\nNormalerweise waren in der Arena-Geschichte K\u00fcnstlerseite und Presseseite ganz klar getrennt. Der\u00a0Guckkasten w\u00e4re ja jetzt der Versuch zu sagen, es ist weder das eine noch das andere. Es hat\u00a0Beobachterfunktion, aber auch Auff\u00fchrungscharakter. Das w\u00e4re f\u00fcr uns auch die Frage nat\u00fcrlich, ob\u00a0so etwas funktionieren kann. Ist Ihnen da \u00e4hnliches von anderen Festivals oder St\u00e4dten bekannt?<\/p>\n<p><strong>Matthias Warstat:<\/strong><br \/>\nDas gibt es nat\u00fcrlich schon, dass man Video-Blogger verst\u00e4rkt auf Festivals losl\u00e4sst und beobachten l\u00e4sst, das macht ja auch das Theatertreffen zum Beispiel&#8230; Vielleicht f\u00fchrt dies wirklich zu dem, was Sie gerade angedeutet haben, dass damit die Position des Performers und die Position des Beobachters einander sich ann\u00e4hern, indem man der Beobachtung selbst eine k\u00fcnstlerische Form gibt, zumindest ansatzweise &#8211; und hier eben auch noch mal eine Auff\u00fchrungsform. Das ist schon ein interessanter Gedanke und ver\u00e4ndert vielleicht auch noch mal die Gesamtidee des Festivals. Dass das Festival eben nicht zerf\u00e4llt in diejenigen die etwas vorf\u00fchren, und diejenigen die das dann beobachten oder kommentieren. Indem man die Beobachter selbst eben zu Performern macht n\u00e4hert sich das dem Modell des Festes an, wo wir ja auch keine klare Trennung haben zwischen Beobachtern und Akteuren. Das ist etwas, das dem Festivalgedanken sehr gem\u00e4\u00df ist. Gute Idee, finde ich. Schauen wir mal, wie das dann wird.<\/p>\n<p><strong>Der Lukas:<br \/>\n<\/strong>Ja, vielen Dank!<br \/>\nWir freuen uns auf Ihren Besuch im Kasten!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit Prof. Matthias Warstat Der Lukas: Dem Guckkasten wird ein hohes Ma\u00df an Selbstinszenierung zugesprochen. Die Frage an Sie w\u00e4re, ob so etwas f\u00fcr ein solches Konzept notwendig ist, oder ob das auch ohne zu denken w\u00e4re. 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